- Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
- Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebete auf dem Wasser.
- Und Gott sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht.
- Und Gott sahe, daß das Licht gut war. Da scheidete Gott das Licht von der Finsternis,
- Und nennete das Licht Tag, und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
- Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, und die sey ein Unterschied zwischen den Wassern.
- Da machte Gott die Feste, und scheidete das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah also.
- Und Gott nennete die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag.
- Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an sondere Oerter, daß man das Trockene sehe. Und es geschah also.
- Und Gott nennete das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nennete er Meer. Und Gott sahe, daß es gut war.
- Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das sich besamete, und fruchtbare Bäume, da ein jeglicher nach seiner Art Frucht trage, und habe seinen eigenen Samen bey ihm selbst auf Erden. Und es geschah also.
- Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das sich besamete, ein jegliches nach seiner Art, und Bäume, die da Frucht trugen, und ihren eigenen Samen bey sich selbst hatten, ein jeglicher nach seiner Art. Und Gott sahe, daß es gut war.
- Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.
- Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, und scheiden Tag und Nacht, und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre,
- Und seien Lichter an der Feste des Himmels, daß sie scheinen auf Erden. Und es geschah also.
- Und Gott machte zwey große Lichter: ein groß Licht, das den Tag regiere, und ein klein Licht, das die Nacht regiere, dazu auch Sterne.
- Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, daß sie schienen auf die Erde,
- Und den Tag und die Nacht regiereten, und scheideten Licht und Finsternis. Und Gott sahe, daß es gut war.
- Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag.
- Und Gott sprach: Es errege sich das Wasser mit webenden und lebendigen Thieren, und mit Gevögel, das auf Erden unter der Feste des Himmels fleuget.
- Und Gott schuf große Walfische, und allerley Thier, das da lebt und webt, und vom Wasser erreget ward, ein jegliches nach seiner Art, und allerley gefiedertes Gevögel, ein jegliches nach seiner Art. Und Gott sahe, daß es gut war.
- Und Gott segnete sie, und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllet das Wasser im Meer, und das Gevögel mehre sich auf Erden.
- Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag.
- Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendige Thiere, ein jegliches nach seiner Art, Vieh, Gewürm und Thier auf Erden, ein jegliches nach seiner Art. Und es geschah also.
- Und Gott machte die Thiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art, und allerley Gewürm auf Erden nach seiner Art. Und Gott sahe, daß es gut war.
- Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sey, die da herrschen über die Fische im Meer, und über die Vögel unter dem Himmel, und über das Vieh, und über die ganze Erde, und über alles Gewürm, das auf Erden kreucht.
- Und Gott schuf den Menschen Ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn, und *er* schuf sie ein Männlein und Fräulein.
- Und Gott segnete sie, und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch, und füllet die Erde, und macht sie euch unterthan, und herrschet über Fische im Meer, und über Vögel unter dem Himmel, und über alles Thier, das auf Erden kreucht.
- Und Gott sprach: Sehet da, ich hab euch gegeben allerley Kraut, das sich besamet, auf der ganzen Erde, und allerley fruchtbare Bäume, und Bäume, die sich besamen, zu eurer Speise,
- Und allem [aller] Thiere auf Erden, und allen Vögeln unter dem Himmel, und allem Gewürm, das das Leben hat auf Erden, daß sie allerley grün Kraut essen. Und es geschah also.
- Und Gott sahe an alles, was er gemacht hatte, und siehe da, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
Wartburg Bibel 1842 – Auf´s Neue verglichen mit der Ausgabe letzter Hand vom Jahre 1545
